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Kulturelle Voraussetzungen für agile Lernprozesse #2

9 Stufen menschlicher Existenzebenen

In den sechziger und siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts begann C.W. Graves, seine bahnbrechende Theorie zur Entstehung „menschlicher Existenzebenen“.

Im Laufe seiner weiteren Forschungen ergab sich eine Einteilung in acht aufeinander aufbauende Wertesysteme. Jedes stellt in sich eine eigene Welt dar. Jedes System hat seine typischen Konflikte und Lösungsmechanismen, seine Vorlieben, seine Schattenseiten. Und auch „Lernstrategien“ fallen je nach Zugehörigkeit zu einem System unterschiedlich aus.

Um die kulturellen Voraussetzungen im Unternehmen herauszufinden, die es für agile Lernprozesse braucht, legen wir diese Levels zugrunde.

Der Überlebenskämpfer (Beige):
Das Hauptanliegen des Überlebenskämpfers ist es zu überleben, zu reagieren, Gefahren zu meiden. Er sorgt sich um Essen, Trinken, um einen Schlafplatz. Gleichzeitig blickt er besorgt in die Zukunft
Der Stammesmensch (Purpur):
Seine hohen Werte sind Sicherheit und Versorgung, Religion, magische Welt, Gefolgschaft, Rituale und Sitten (z. B. ideologisch begründete Organisationen und Sippen)
Der Einzelkämpfer (Rot):
Er legt Wert auf Individualität und Durchsetzung: hol das Maximum, lebe den Moment. Es geht um Macht, Respekt, Handeln (in starker Form z. B. in reinen Vertriebsorganisationen)
Der Loyalist (Blau)
Er möchte Bedeutung finden, sucht Stabilität und Ordnung. Er zielt auf Leistung. Er achtet auf Autorität, Hierarchie, Prozesse, Strukturen, Regeln, vorgeschriebenes Handeln, er ist pflichtbewusst, rechtschaffen, auch dogmatisch (z. B. Ämter, Behörden, Großkonzerne)
Der Erfolgssucher (Orange):
Dem Erfolgssucher ist Autonomie und persönlicher Erfolg besonders wichtig. Er braucht wissenschaftliche und technische Innovation, Gewinnstreben, möchte Bestehendes verbessern, Chancen nutzen (z. B. kleinere Beratungshäuser, Familienbetriebe in der 2. Generation)
Der Team-Menschen (Grün):
Ihm sind Gemeinschaft, Balance, Zugehörigkeit, Frieden und Partizipation wichtig. Er hat eher humanistische Werte, will im Konsens im Team arbeiten, teilen und kooperieren. Der Team-Mensch ist tolerant und arbeitet gleichberechtigt. (z. B. junge Unternehmen im ökologischen und sozialen Bereich, moderne Non-Profit Organisationen, multifunktionale Projektteams, Unternehmensteile mit innovativen Ansätzen z. B. Gruppenarbeitsmodelle)
Der Möglichkeiten-Sucher (Gelb):
Werte des Möglichkeiten-Suchers sind Wissen, Freiheit und Kompetenz. Er erlebt die Vielfältigkeit des Lebens und weiß, dass Verschiedenes vereinbar und integrierbar ist. Er will frei sein, um Dinge und ihre Verbindung zu erforschen, will Entscheidungen nach dem Maximum der Möglichkeiten treffen. Er ist flexibel und sucht den unabhängigen Blick auf komplexe Systeme. Der Möglichkeiten-Sucher möchte Dinge in Fluss bringen, frei von Zwängen sein. Er agiert selbstbestimmt und interaktiv.
Seine Leitsätze lauten: Lerne vielfältig, folge persönlichen Prinzipien, sei flexibel, sei nicht konkurrenzorientiert, sei sachbezogen, funktional. Er vernetzt sich flexibel und offen mit anderen Menschen, um zu lernen und zu entwickeln.
Der Globalist (Türkis):
Sein Ziel ist das Leben für alle in einer komplexen Welt. Er versucht sich international zu vernetzen, dient dem Ganzen, möchte eins sein mit allen. Ihm ist Bewusstsein, Achtsamkeit und globale Verantwortung wichtig. (z. B. einige wenige Vereine)
Korall
Von der Existenz der Ebene Korall ging Graves sicher aus. Leider blieb er uns eine Beschreibung schuldig.

Im nächsten Blog werden wird die für die Wirtschaft momentan relevanten Ebenen Blau, Orange und grün näher betrachten.

Die Autoren

 

Kristina Henry

Meditorin, Streitsucherin und Chaoslotsin,
Mitglied im mindHub Kompetenznetzwerk

 

 

 

Markus Schwarzgruber

ist seit 30 Jahren als Berater, Coach und Trainer mit den Schwerpunkten Führen und Neues Lernen aktiv, Mitglied im mindHub Kompetenznetzwerk

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kulturelle Voraussetzungen für agile Lernprozesse #2

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