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Wie die Digitalisierung unser Arbeitsleben verändert

Digitalisierung
Die digitale Transormationen rüttelt an den Grundfesten der Unternehmen. Es findet einer fundamentaler Pardigmenwechsel statt.
Auch unser Arbeitsleben wird davon betroffen sein.

Claudio Toscani wirft mit Ihnen einen spannenden Blick auf die absehbaren Veränderungen, die die Digitalisierung in der Arbeitswelt verursacht und verursachen wird.

Was hat das Moorsche Gesetz und die Erfindung des Schachspiels mit der Digitalisierung zu tun?

Laut einer indischen Legende hatte ein Mann namens Sissa im 4. Jhd. nach Christus, als Belohnung für die Erfindung des Schachspiels, von seinem Herrscher einen Wunsch frei. Er wünschte sich Weizenkörner. Auf das erste Feld des Schachbretts wollte er ein Korn, auf das zweite Feld das Doppelte, auf das dritte wiederum die doppelte Menge, also vier und so weiter bis zum 64. Feld. Natürlich konnte der König den Wunsch nicht erfüllen. Die gewünschte Menge (18,45 Trillionen) würde die gesamte Erdoberfläche bedeckt. Dieses sogenannte exponentielle Wachstum, beschreibt den Änderungsprozess, bei denen sich ein Wert in gleichen (zeitlichen) Abständen immer um denselben Faktor ändert.

Gordon E. Moore ist Mitgründer der Firma Intel und Urheber des Moore’schen Gesetzes. Mit diesem sagte er 1965 voraus, dass sich ca. alle 18 Monate die Anzahl der elektronischen Schaltungen im Prozessor verdoppeln würde – bei gleichzeitig sinkenden Kosten. Im Vergleich mit dem Schachbrett bedeutet das: wir befinden uns auf der 2. Hälfte des Spielbretts. Die Kurve zeigt steil und exponentiell nach oben. So enthielt bereits das iPhone 4 von 2011 mehr Rechenkapazität, als die US-Weltraumbehörde NASA im Jahr 1969 zur Mondlandung zur Verfügung hatte. Das gleiche gilt übrigens auch für Daten – die Nahrung der Digitalisierung. Diese wachsen inzwischen sogar schneller als die Rechenleistung von Mikrochips. Weitere Treiber der Digitalisierung sind die Themen: Vernetzung, Cloud, mobile Endgeräte und soziale Medien.

Arbeiten in der digitalen Welt – Mitarbeiterkompetenzen im Wandel

Was bedeutet das für die digitale Arbeitswelt? Es bedeutet das die Digitalisierung nicht zu stoppen ist und alle Menschen betrifft. Alles, was sich digitalisieren lässt, wird digitalisiert. Alles, was sich vernetzen lässt, wird vernetzt. Und das verändert alles! Analog zu leben ist heute schon Luxus.
Der Fortschritt geht so rasant, dass viele Unternehmen und Mitarbeiter nicht Schritt halten können. Aufgrund der Digitalisierung verändert sich die gesamte Arbeitswelt. Sie wird international, interdisziplinär und interkulturell. Hinzu kommen noch die explodierende Vernetzung und die Demographie mit weniger Männer, mehr Frauen, mehr Teilzeit, mehr Älteren. Sich also nur auf die Technologie und die Digitalisierung zu verlassen und den Fokus auf den Kundennutzen zu setzen ist zu kurz gegriffen. Hinzu kommt, dass mit jeder Investition in die Digitalisierung, dass 5 bis 7-fache für die Organisationsentwicklung und Ausbildung benötigt wird.

Der Schlüssel für eine erfolgreiche Transformation ist für Neues aufgeschlossen sein, die Herausforderungen anzugehen und Lösungen agil umzusetzen. Als zentraler Hebel gilt es die Unternehmenskultur und die Führung auf diesen Prozess auszurichten.

Nur Unternehmen die auch Ihre Mitarbeiter bei dem Wandel mitnehmen, werden langfristig Erfolg haben. Neben einem Kulturwandel erfordert es eine agile Personalstrategie, direkt abgeleitet aus den Unternehmenszielen. Die Unternehmen müssen sicherstellen, dass Ihre Mitarbeiter richtig eingesetzt werden, das heißt in der richtigen Anzahl, mit den richtigen Fähigkeiten, an der richtigen Stelle (funktional, geografisch), zum richtigen Zeitpunkt und zu den richtigen Kosten.

So wird laut BMW zufolge Software viel wichtiger als Hardware. Bits statt Blech!
Der Autobauer ermöglicht seinen Ingenieuren Aufbaustudiengänge, in denen sie IT-Kompetenzen erwerben können. „Wer keine nachhaltige und digital vernetzte Mobilität anbieten kann, wird sich schwertun, die Transformation zu überleben.“

Um den Wandel erfolgreich zu gestalten müssen sich die Unternehmens- und Personalleitung folgende Fragen stellen: Wie leite ich die Personalstrategie aus den Unternehmenszielen ab? Wie können wir unsere Organisation, die Prozesse sowie die Aufgaben und Fähigkeiten unserer Mitarbeiter den sich ständig ändernden Marktbedingungen und Unternehmens-abläufen anpassen? Welche Funktionen, Qualifikationen und Kompetenzen sind für die Ausübung der einzelnen Rollen heute und morgen notwendig? Wie können wir als Arbeitgeber die notwendigen Kompetenzen unserer Mitarbeiter identifizieren und fördern? Welche Hilfsmittel haben wir zur Anforderungsanalyse und Personalbeschaffung zur Verfügung? Wenn sich HR diesen Aufgaben nicht stellt wird sie sich auf Dauer überflüssig machen. Den die administrativen HR-Funktionen werden aufgrund der Digitalisierung automatisiert, outgesourced oder gehen in die Linie.

Alleine seit dem Jahr 2000 sind über 50% der Fortune 500 Unternehmen nicht mehr operativ, aufgekauft oder stillgelegt (Fortune Global 500 ist eine jährlich erscheinende Liste der 500 umsatzstärksten Unternehmen der Welt). Ein bekanntes Beispiel ist das Unternehmen Kodak. 2012 stellte Kodak mit 8 Mrd. Dollar Schulden einen Insolvenzantrag. 132 Jahre nachdem Kodak die erste Kamera für Endverbraucher auf den Markt brachte und über 140.000 Mitarbeitern in Ihrer Hochphase. Dies geschah obwohl Kodak schon 1975 eine Digitalkamera entwickelte. Die Amerikaner aber klammerten sich bis zum Ende an das überholte Geschäft der analogen Fotografie. Versuche ins Pharmageschäft einzusteigen oder die analogen Kameras in Schwellenländer zu verkaufen schlugen ebenso fehl. Im gleichen Jahr der Insolvenz von Kodak wurde der Fotodienst Instagram mit gerade mal 14 Mitarbeitern für 1 Mrd. Dollar an Facebook verkauft.

 

Autor: Claudio Toscani

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