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Socialized Learning

Lernen im sozialen Kontakt– Ein neuer Hype oder die Möglichkeit von bewusstem und effizientem Lernen? –

Konzepte des „Social-Learning“ beschreiben, dass Menschen aus Beobachtung anderer Menschen und deren Verhaltensweisen und Ideen eine Anleitung zum Handeln speichern (codieren). Diese Anleitung kann zu einem späteren Zeitpunkt verwendet werden, um eigene Ideen und Verhaltensweisen zu entwickeln.

Diese Theorie von Albert Bandura ist vielleicht die einflussreichste Theorie des Lernens im zwanzigsten Jahrhundert geworden. Während andere in grundlegenden Konzepten der traditionellen Lerntheorie verwurzelt waren, glaubte Bandura, dass nicht nur die Verstärkung für alle Arten des Lernens geeignet ist. Seine Theorie fügt ein soziales Element hinzu, mit dem Argument, dass die Menschen neue Informationen und Verhaltensweisen durch die Beobachtung anderer Menschen erlernen.

Grundlegende Social Learning Konzepte

Es gibt drei grundlegende Konzepte im Mittelpunkt der Theorie des sozialen Lernens.

  • Menschen können durch Beobachtung lernen
  • Die eigenen mentalen Zustände sind ein wesentlicher Bestandteil dieses Lernprozesses
  • Nur weil etwas gelernt wurde, bedeutet dies nicht, dass es zu einer Änderung im Verhalten führt.

Lassen Sie uns jedes dieser Konzepte näher betrachten.

1. Ein Menschen kann durch Beobachtung lernen (Beobachtendes Lernen)

In seinem berühmten Bobo doll Experiment zeigte Bandura, dass Kinder lernen und Verhaltensweisen nachahmen, die sie bei anderen Menschen beobachteten. Die Kinder in Banduras Studien beobachteten einen Erwachsenen, der heftig an einer Bobo Puppe hantierte. Wenn die Kinder später in einen Raum mit einer Bobo Puppe zu spielen begannen, imitieren sie dieses aggressive Verhalten, dass sie zuvor bei dem Erwachsenen beobachtet hatten.

Bandura identifizierte drei Grundmodelle des beobachtenden Lernens:

  • Ein Live-Modell, das ein tatsächliches Ausleben oder Verhalten demonstriert
  • Ein verbales Lehr-Modell, das Beschreibungen und Erläuterungen eines Verhaltens beinhaltet.
  • Ein symbolisches Modell, das reale oder fiktive Charaktere oder auch Verhaltensweisen in Büchern, Filmen, Fernsehsendungen, oder Online-Medien beinhaltet

 

2. Mentale Zustände sind wichtig, um zu lernen – Intrinsische Verstärkung

Bandura hat darauf hingewiesen, dass externe Faktoren nicht der einzige Grund sind, um Lernen und Verhalten zu beeinflussen. Er beschrieb die intrinsische Verstärkung als eine Form der internen Belohnung, z.B. wie Stolz, Zufriedenheit und ein Gefühl der Erfüllung. Diese Betonung der inneren Gedanken und Erkenntnisse, nennt Bandura selbst seinen Ansatz der „sozial-kognitiven Theorie.“

3. Lernen muss nicht zwangsläufig zu einer Veränderung im Verhalten führen.

Während Behavioristen angenommen haben, dass das Lernen zu einer dauerhaften Veränderung im Verhalten führe, zeigten die Studien des beobachtenden Lernens, dass die Menschen neue Informationen und Erkenntnisse nicht immer in neue Verhaltensweisen umsetzen.

Der Modeling-Prozess

Nicht alle beobachteten Verhaltensweisen werden effektiv gelernt. Faktoren, die sowohl das Modell und die Rolle des Lernenden betreffen, beeinflussen das Lernen.
Wenn soziales Lernen erfolgreich seien soll, müssen bestimmte Anforderungen und Schritte beachtet werden. Die folgenden Schritte werden in den Studien des beobachtenden Lernens als Modeling-Prozess erläutert:

  • Attention (Aufmerksamkeit):
    Um zu lernen, muss eine große Aufmerksamkeit vorhanden sein. Alles, was die Aufmerksamkeit beeinträchtigt wird einen negativen Effekt auf das beobachtende Lernen haben. Wenn das Thema interessant ist, oder ein neuer Aspekt in der Situation vorhanden ist, sind Menschen viel eher bereit Ihre volle Aufmerksamkeit dem Lernen zu widmen.
  • Retention (Speicherung):Copyright Shutterstock shutterstock_47829688
    Die Fähigkeit, Informationen zu speichern, ist ebenfalls ein wichtiger Teil des Lernprozesses. Die Speicherung kann durch eine Reihe von internen und externen Faktoren beeinflusst werden. Insbesondere die Fähigkeit Informationen zu speichern und zu einem späteren Zeitpunkt zu verwenden, ist bedeutsam für das Lernen.
  • Reproduction (Wiederholung):
    Das Üben und Verfeinern des erlernten Verhaltens führt zu einer Verbesserung und mehr Geschick bei der eigenen Anwendung.
  • Motivation:
    Um schließlich mit beobachtendem Lernen erfolgreich zu sein, müssen Menschen motiviert sein, Verhalten anderer zu imitieren. Dabei spielen Verstärkung und Bestrafung eine wichtige Rolle. Das Erleben dieser Motivatoren kann sehr effektiv sein. Ebenso wie die Beobachtung anderer Menschen bei irgendeiner Art von Verstärkung oder Bestrafung.

 

Diese von Albert Bandura bereits 1977 in Social Learning Theory dargestellten Erkenntnisse, nehmen mehr und mehr Einzug in unsere aktuellen Lernsysteme.

Neue Technologien und die damit verbundenen Veränderungen in unserer Gesellschaft bilden eine hervorragende Voraussetzung für die Anwendung der Social-Learning Theorien.
In unserem nächsten Blog werden wir darüber berichten, wie diese Erkenntnisse in unseren SLS-„Socialized Learning System“-Angeboten integriert sind.

Willkommen beim Socialized Learning!
Ihr MindHub-Team

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